Die Geschichte von RUAG beginnt lange vor dem heutigen Firmennamen. Die Schweiz baute ab dem 19. Jahrhundert eigene industrielle Kapazitäten für die Landesverteidigung auf – darunter Munitions- und Waffenfabriken, Konstruktionswerkstätten sowie das Flugzeugwerk in Emmen. Diese sogenannten Regiebetriebe bildeten über Jahrzehnte das industrielle Rückgrat für Unterhalt, Produktion und Versorgung der Armee. Vom Bundesbetrieb zur Aktiengesellschaft …
RUAG: Schweizer Hightech-Pionier

Die Geschichte von RUAG beginnt lange vor dem heutigen Firmennamen. Die Schweiz baute ab dem 19. Jahrhundert eigene industrielle Kapazitäten für die Landesverteidigung auf – darunter Munitions- und Waffenfabriken, Konstruktionswerkstätten sowie das Flugzeugwerk in Emmen.
Diese sogenannten Regiebetriebe bildeten über Jahrzehnte das industrielle Rückgrat für Unterhalt, Produktion und Versorgung der Armee.
Vom Bundesbetrieb zur Aktiengesellschaft
Nach dem Ende des Kalten Krieges veränderte sich das sicherheitspolitische Umfeld – und mit ihm die Rahmenbedingungen für die staatlichen Rüstungsbetriebe. Sinkende Auftragsvolumen und Reformen führten zur politischen Entscheidung, die Betriebe marktnäher zu organisieren.
Auf Basis eines Bundesgesetzes wurden die Einheiten 1998 in Aktiengesellschaften überführt; daraus entstand RUAG, die sich schrittweise als Holding mit mehreren Geschäftsbereichen strukturierte.
Vom Rüstungsbetrieb zum Technologiepartner
In den folgenden Jahren entwickelte sich RUAG weg von einer rein nationalen Instandhaltungs- und Produktionslogik hin zu einem breiter aufgestellten Technologieunternehmen.
Charakteristisch ist bis heute die Kombination aus industrieller Fertigung, Engineering und sicherheitsrelevanter Systemkompetenz – also die Fähigkeit, komplexe Systeme nicht nur zu bauen, sondern über ihren gesamten Lebenszyklus verfügbar und einsatzbereit zu halten.

Neuordnung: RUAG MRO und RUAG International
Ein zentraler Einschnitt war die Entflechtung der RUAG-Strukturen: 2022 wurde die Trennung zwischen dem vorwiegend für die Schweizer Armee tätigen MRO-Geschäft (Maintenance, Repair & Overhaul) und den international ausgerichteten Teilen abgeschlossen. Seither werden RUAG MRO und RUAG International als getrennte Einheiten geführt.
Parallel dazu wurde das Raumfahrtgeschäft von RUAG International 2022 unter der Marke Beyond Gravity gebündelt – ein Schritt, der den strategischen Fokus auf Weltraumtechnologien sichtbar macht.
Die folgenden Kennzahlen zeigen die Dimension und Ausrichtung der Gruppe:
- RUAG International (2024): Umsatz CHF 495 Mio., Mitarbeitende 1’813
- Beyond Gravity (2024): Umsatz CHF 448 Mio., 1’540 FTE (Vollzeitäquivalente)
Warum RUAG für die Schweiz wichtig ist
RUAG erfüllt eine strategische Rolle in einem Land, das Versorgungssicherheit und technologische Souveränität traditionell hoch gewichtet. Besonders im MRO-Umfeld bedeutet das: Systeme sollen zuverlässig funktionieren, auch wenn internationale Lieferketten oder Beschaffungsmärkte unter Druck geraten.

Das VBS beschreibt RUAG MRO als Materialkompetenzzentrum, das u. a. Wartung, Reparatur und Überholung einsatzrelevanter Systeme für die Schweizer Armee erbringt.
Gleichzeitig steht Beyond Gravity beispielhaft für Schweizer Industrie im globalen Wettbewerb: Leichtbau, Strukturbauteile und Komponenten für Trägersysteme und Satelliten treiben Innovation, Exportfähigkeit und hochwertige Arbeitsplätze.
RUAG steht heute für zwei Stärken, die sich gut ergänzen: operative Zuverlässigkeit im sicherheitsrelevanten Betrieb (MRO) und internationale Skalierung über anspruchsvolle Raumfahrttechnologien (Beyond Gravity).
Gerade diese Kombination macht die Marke RUAG – trotz Strukturwandel – zu einem relevanten Baustein für die industrielle Leistungsfähigkeit der Schweiz.







